Ursache für langsame Registrierungen möglichwerweise geklärt

Wer über die Jahre die Dauer der Domainregistrierungen bei z.B. .com Adressen beobachtet hat, hatte manchmal das Gefühl dass es immer länger dauerte, eine Domain zu registrieren. Möglichwerweise war diese Gefühl jedoch begründet, wie neueste Untersuchungen ergaben. Demnach werden die Registrierungsserver von sogenannten Drop-Catch Diensten geflutet.

Was machen Drop-Catch Registrare?

Jeden Tag werden unzählige Domains registriert, verlängert oder aber wieder gelöscht. Diese Löschungen machen sich Drop-Catch Dienste zu Nutze - sie versuchen, diese nicht mehr gewollten Domain sofort wieder zu registrieren. Beinahe jede zehnte freigewordene Domain wird innerhalb weniger Minuten nach deren Auslaufen sofort wieder registriert, wie eine Studie der Northeast University in Boston zeigt. Da allerdings nur eine bestimmte Anzahl von Anfragen, ob nun fehlgeschlagen oder erfolgreich, pro Registrar und Tag durchgeführt werden kann, gründen diese Drop-Catch-Registrare hunderte Briefkastenfirmen. So werden die Anfragen auf viele Tochterunternehmen verteilt, und die Gesamtzahl der möglichen Anfragen steigt. Die Studie zeigt, dass 3 solcher Briefkastenregistrare knapp 75% aller Registrare stellen, jedoch nur knapp 8% aller Registrierungen durchführen.

Weshalb werden normale Registrierungen dadurch langsamer?

Das erklärt sich aus dem Vorgehen: wenn eine Domain ausläuft, ist der exakte Zeitpunkt nicht genau feststellbar. Es wird daher versucht, diese Domain mit massenhaften Registrierungsanträgen wieder zu registrieren - eine riesige Menge an Anforderungen schlägt daher fehl. Diese fehlgeschlagenen Anforderungen müssen jedoch trotzdem bearbeitet werden, und dies benötigt eine riesige Menge an Rechenzeit, die nun 'echten' Registrierungen nicht mehr zur Verfügung steht. Echte Registrierungen sehen sich also einer Flut von Re-Registrierungen gegenüber.

Die Frage ist nun - was nutzt es diesen Diensten, eine gelöschte Domain sofort wieder zu registrieren, zumal ja Millionenbeträge dafür anfallen können?

Die Antwort darauf ist ganz einfach: Traffic. Jede dieser gelöschten Domains hatte eine bestimmte Anzahl von Besuchern pro Tag. Wenn diese Besucher nun von der Löschung der Domain noch nichts wissen, browsen sie u.U. wieder zu dieser Domain und sehen nun die 'neue' Seite. Diese ist allerdings nicht die 'echte Originalseite', sondern meist eine Werbeseite, auf der die Betreiber Anzeigen schalten und so Geld generieren, oder aber im schlimmsten Fall eine 'Phishing' oder Malware-Seite, die versucht, persönliche Daten abzuphishen, oder dem Besucher einen Torjaner unterzujubeln, beispielsweise ein Erpressungstrojaner.

Fazit zu Drop-Catch Registraren:

Diese Briefkastenfirmen bewegen sich mindestens im Graubereich - sie zahlen zwar die entsprechenden Gebühren, nutzen allerdings die Leistungen dafür sehr stark aus. Da sie dies aber zum Nachteil von gutgläubigen Nutzern tun, die sie u.U. mit Werbung bombardieren oder im schlimmsten Fall Malware veteilen, ist dies zum Nachteil aller. Zusätzlich werden legitime Registrierungen verlangsamt.

Quelle:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Drop-Catch-Teures-Wettrennen-um-abgelaufene-Domains-3820754.html

2017-09-21